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Eingewöhnung

In der Eingewöhnungszeit  werden wir optimale Bedingungen für einen entwicklungsentsprechenden, behutsamen und sanften Übergang in die Krippenbetreuung schaffen, um eine gute Beziehung zu den Kindern aufbauen zu können.

Die ersten Bindungspersonen eines Kindes sind in der Regel die Eltern. 

„Alle Kinder bauen in den ersten Monaten ihres Lebens  sogenannte „Bindungsbeziehungen“ zu Mutter und Vater auf. Das wird deutlich sichtbar, wenn die Kinder im Alter von etwa sechs bis sieben Monaten damit beginnen, ihr Verhalten auf die Eltern hin zu orientieren, besonders dann, wenn sie irritiert oder sonst irgendwie gestresst sind. Die Kinder wenden sich von nun an in solchen Situationen an die Eltern, suchen ihre körperliche Nähe oder signalisieren ihr Bedürfnis danach.“ (Laewen/Andres/Hédervári, 2012 S.24)

Ein acht Monate altes Kind lässt sich in der Regel nicht von irgendeinem Erwachsenen beruhigen, es benötigt eine verlässliche Bezugsperson.

Unsere Aufgabe ist es, in der Eingewöhnungszeit zu den Kindern eine Beziehung aufzubauen, sodass sie sich in Stresssituationen von der Bezugserzieherin trösten und beruhigen lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir die Hilfe und Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder an die neue Situation zu gewöhnen.

Verlauf der Eingewöhnung

Im Aufnahmegespräch teilen uns die Eltern alle wichtigen Informationen über ihr Kind mit, wie z.B. Spielvorlieben, Essgewohnheiten, Schlafgewohnheiten. So bauen wir einen ersten Kontakt zu den Kindern und zu den Eltern auf und erhalten die nötigen Informationen, um in der ersten Zeit gut auf die Kinder eingehen zu können.

Die Dauer der Eingewöhnungszeit ist bei jedem Kind individuell. In der Regel benötigen die Kinder 2-4 Wochen, um sich an die Bezugserzieherin zu gewöhnen. Da die Beteiligung der Eltern am Eingewöhnungsprozess von größter Bedeutung und erwünscht ist, sollten die Eltern eine vierwöchige Eingewöhnungszeit einplanen.

Grundphase

In den ersten drei Tagen besucht das Kind gemeinsam mit einem Elternteil unsere Einrichtung. Den Eltern empfehlen wir, sich in dieser Zeit in eine stille Ecke des Gruppenraumes zu setzen und sich passiv zu verhalten, ihr Kind weder zu drängen, sich von ihnen zu entfernen, noch zurückzuweisen, wenn sie ihre Nähe suchen. Wichtigste Aufgabe der Eltern ist es, in dieser Zeit, eine sichere Basis zu sein.

Die Erzieherin beobachtet in dieser Phase vor allem das Bindungsverhalten des Kindes und nimmt vorsichtig Kontakt auf, ohne das Kind zu drängen.

Am vierten Tag der Eingewöhnung trennt sich das begleitende Elternteil erstmals (maximal 30 Minuten) vom Kind. Über die Dauer der Eingewöhnung findet nun eine vorläufige Entscheidung statt, die in der Verantwortung der Erzieherin liegt. Ausschlaggebend für die Länge der Eingewöhnungszeit ist das Verhalten des Kindes.

Folgende Verhaltensweisen  des Kindes deuten auf eine längere Eingewöhnungszeit hin:

Das Kind zeigt sich

  • ängstlich oder wachsam
  • zurückhaltend gegenüber der Erzieherin
  • deutlich orientiert  zur Begleitperson
  • deutlich unsicher in der Trennungssituation (nachfolgen, rufen, weinen, verringerte Spielaktivität)

Folgende Verhaltensweisen  des Kindes deuten auf eine kürzere Eingewöhnungszeit hin:

Das Kind zeigt

  • selbständiges Verhalten in den ersten Tagen
  • nur geringen Widerstand gegen Körperkontakt zur Erzieherin
  • kaum sichtbare Irritationen bei der Trennung


Stabilisierungsphase

Bei einer längeren Eingewöhnung wird vorerst keine weitere Trennung stattfinden. In der zweiten Eingewöhnungswoche übernimmt die Erzieherin in Anwesenheit  des Elternteils allmählich das Füttern und Wickeln des Kindes, bereitet es gemeinsam auf eine neue Aktivität vor und steigert die Abwesenheitszeit des Elternteils stufenweise bis zu einem vorerst halbtägigen Aufenthalt des Kindes in unserer Einrichtung. Dabei halten sich die Eltern immer in der Nähe auf, um bei Bedarf schnell zur Verfügung zu stehen.

Hält die Erzieherin eine kurze Eingewöhnungszeit für angemessen, übernimmt sie ab dem vierten Tag zunehmend die Versorgung des Kindes. Die Trennungsphasen vom Elternteil werden größer, dauern höchstens eine Stunde in den ersten Tagen.

Schlussphase

In dieser Zeit halten sich die Eltern nicht mehr in der Einrichtung auf, sind aber jederzeit abrufbereit. (Dauer zwei Wochen)

Das Ende der Eingewöhnungszeit ist erreicht, wenn das Kind die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert und sich dauerhaft von ihr beruhigen und trösten lässt.

Quelle

Laewen, Hans Joachim / Andres, Beate / Hédervári, Eva (2012): Ohne Eltern geht es nicht. die Eingewöhnung von Kindern in Krippen und Tagespflegestellen. Langensalza (Cornelsen).